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Risikokultur gestalten – der achtsame Zugang

By 4. April 2018 No Comments

„Oftmals ist vielen Geschäftsleitern bzw. Vorgesetzten auch gar nicht bewusst, wie sehr vor allem ihr eigenes Handeln das Verhalten ihrer Mitarbeiter beeinflusst, somit also auch zu Fehlverhalten führen kann. Dieses Bewusstsein wollen wir schärfen. Deshalb hat sich die BaFin entschieden, die Anforderung an eine angemessene Risikokultur in der MaRisk zu verankern.“ (Ira Steinbrecher, Grundsatzabteilung BaFin, in: Die Bank 3/2017).

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Das ist sehr prägnant auf den Punkt gebracht, worum es heute im Risikomanagement in Banken geht. Eben nicht nur um ausgefeilte Strategiepapiere und um das Risikomanagement alleine, sondern darüber hinaus um das ganz alltägliche Miteinander im Unternehmen. Um Risikokultur eben.

Was ist das – Risikokultur?

Unternehmens-Kultur ist zunächst mal all das, was selbstverständlich ist im Unternehmen. Was also im Arbeitsalltag kaum oder gar nicht mehr hinterfragt wird. „Weil man’s eben so tut“. Dazu gehört vielleicht, dass keiner sich getraut, dem selbstherrlich agierenden Chef zu widersprechen. Ist kein Problem, solange es um den Betriebsausflug geht. Aber wenn es um Kreditentscheidungen oder den Umgang mit sensiblen Kundendaten geht, dann wird es fatal. Nämlich risiko-relevant.
Ein Indikator für eine angemessene Risikokultur ist daher die Leitungskultur, bei der es aber nicht nur um den sogenannten „tone from the top“ geht, sondern auch um den „tone frome the middle“, also grundsätzlich um Mitarbeiter in allen leitenden Funktionen. Das was sie vorleben, was sie im Alltag den Mitarbeitern als „normal“ zeigen, das verfestigt sich zur Unternehmens- bzw. Risikokultur für alle.

Hören wir dazu nochmals den O-Ton der Aufsicht: „Eine Risikokultur lässt sich sehr gut beschreiben anhand von Verhaltensmustern, die typisch sind für das betreffende Institut, z.B. inwieweit es normal ist, über eigene Fehler zu sprechen, inwieweit Kollegen einander auf Fehlverhalten ansprechen, Zweifel zugestanden werden oder es die Möglichkeit gibt, Dilemmas zu besprechen. Aus der Beschreibung solcher Muster ergeben sich mitunter gewisse Risikopotenziale.“ (Moritz Römer, Spezialist für Verhalten und Kultur bei der Aufsicht der Niederländischen Zentralbank DNB, in: Die Bank 3/2017)

So, da haben wir dann ja die relevanten Elemente zusammen, mit denen sich eine Bank bei der Analyse und Gestaltung Ihrer Risikokultur auseinandersetzen sollte. Ganz schön neues Terrain für viele Bankleiter. Vor allem, wenn es um den Umgang mit diesem so wenig greifbaren Etwas – der Unternehmenskultur – geht. Da steht ganz am Anfang die Analyse. “Fakten sind das Fundament des Erfolgs”, sind wir von der “Initiative Wertvolle Unternehmenskultur” überzeugt. Genauso wie sich die Unternehmenskultur als Ganzes entlang der Größen SINN, ENERGIE, STÄRKE, ERGEBNIS erheben und messen lässt, so kann auch die Risikokultur analytisch erfasst werden. Ein neues Analyse-Tool für die Risikokultur ist fertig entwickelt und wird derzeit in den ersten Banken eingesetzt.

Melden Sie sich heute schon an unter: www.wertvolle-unternehmenskultur.de

Gastbeitrag von Dr. Friedhelm Boschert, Initiator Wertvolle Unternehmenskultur und Geschäftsführer Mindful Solution

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