Allgemein

Corporate Social Responsibility, Nachhaltigkeit und Unternehmenskultur

By 28. August 2019 No Comments

Angesichts der gesellschaftlichen Diskussion beschäftigen sich mehr und mehr Unternehmen und Banken mit den Themen „Corporate Social Responsibility (CSR)“ und „Nachhaltigkeit“. Es ist heute gesellschaftliche Übereinkunft, dass Unternehmen nicht nur gesellschaftliche Rechte, sondern auch gesellschaftliche Pflichten haben. Daher beschreibt die EU-Kommission CSR kurz und bündig als „responsibilities of enterprises for their impact on societies“.

Das Geschäftsmodell soll demnach so angelegt sein, dass es langfristig, ohne der Gesellschaft zu schaden, betrieben werden kann. Als Minimum heute gehören dazu die Umweltverträglichkeit der Herstellung und der Produkte sowie Maßnahmen, die das individuelle und soziale Wohlbefinden der Mitarbeiter fördern. Auch positive Impulse für die weiteren Stakeholder entlang der Wertschöpfungskette und auf das kommunale Umfeld sind mehr und mehr gefordert.

Nachhaltiges und gesellschaftlich verantwortliches Handeln bringt jedoch eine ganze Reihe von Vorteilen mit sich, die aus der Pflicht zur CSR eine Kür machen. Oder anders gesagt: angesichts der nachstehend gezeigten Wirkungen der CSR nach außen kann sich im Grunde kein Unternehmen mehr leisten, sich diese Richtschnur für das unternehmerische Handeln nicht zu geben:

  • Attraktivität für Arbeitnehmer und potentielle Arbeitnehmer steigt (Fachkräfte sind leichter zu halten).
  • Kooperationen mit Stakeholdern werden gestärkt (große Konzerne verlangen heute von ihren Zulieferern oft ein nachhaltiges CSR-Management).
  • Erhöhung der Präsenz und Sichtbarkeit in der Öffentlichkeit. Durch Zusammenarbeit mit nachhaltig agierenden Unternehmen, die Nutzung von Ökostrom oder aber die Herstellung von Produkten unter klimaneutralen/umweltbewussten Bedingungen.
  • In der Öffentlichkeit (sowie in der regionalen Wirtschaftsumgebung) wird sich ein positives Standbein geschaffen, was der firmeneigenen Öffentlichkeitsarbeit zugutekommt.

Nachhaltiges und gesellschaftlich verantwortliches Handeln kann nur gelingen, wenn alle mit im Boot sind, wenn also alle Beteiligten sich eindeutig mit dieser Ausrichtung identifizieren. Insbesondere das Management und die Mitarbeiter als die Kern-Stakeholder des Unternehmens. Identifikation heißt, die Botschaft „wir nehmen unsere Verantwortung ernst“ auch tagtäglich zu leben. Vor allem die Führungscrew muss mit gutem Beispiel vorangehen und Haltung zeigen. Und da sind wir schon an der Unternehmenskultur angelangt, die ja nichts anderes zeigt, als das, was im Unternehmen als Selbstverständlich angesehen wird. Der Leitung kommt daher – ganz altmodisch – die so wichtige Vorbild-Funktion zu.

Wenn CSR und Nachhaltigkeit nicht nur schöne Worte in Hochglanzbroschüren, sondern verkörpertes neues Bewusstsein und gelebte Haltungen sein sollen, dann spielt die Unternehmenskultur hierfür eine Schlüsselrolle. Erst dann „strahlt“ das Unternehmen, „strahlen“ die Mitarbeiter diese Botschaften wie selbstverständlich nach draussen, zu den Kunden, in die Gesellschaft. Wer sich also mit Nachhaltigkeit und CSR beschäftigt, muss sich zwingend auch mit der Gestaltung seiner Unternehmenskultur beschäftigten. Daran führt heute kein Weg mehr vorbei.